660 Jahre Brockau – Ein Dorf feiert seine Geschichte, seine Gegenwart und seine Zukunft
Was macht eigentlich ein Dorf aus? In Brockau wurde die Antwort am ersten Juniwochenende schnell deutlich: Es sind vor allem die Menschen. Menschen, die anpacken, Ideen entwickeln, Traditionen bewahren und gemeinsam Neues schaffen. Genau das wurde beim Jubiläumswochenende „660 Jahre Brockau: Gestern. Heute. Morgen. – Generationen und Geschichten“ auf besondere Weise erlebbar.
Der Start hätte feierlicher kaum sein können. Mit dem traditionellen Salutschießen der Schützenvereine aus Kleingera und Netzschkau begann am Freitag das Jubiläumswochenende. Anschließend eröffnete Ortsvorsteherin Marie-Theres Müller offiziell die Feierlichkeiten und nahm die Gäste mit auf eine kleine Reise durch Brockaus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei standen nicht große Zahlen oder historische Daten im Mittelpunkt, sondern die Geschichten hinter dem Dorf.
Zwei Liegestühle, ein großer und ein kleiner, wurden dabei zum Symbol für das, was Brockau ausmacht: ein generationenübergreifendes Dorfleben, in dem Jung und Alt ihren Platz haben und gemeinsam das Dorf gestalten. Denn genau davon lebt Brockau seit vielen Jahren.
Ein Jubiläum wie dieses lebt außerdem vom Engagement der Dorfgemeinschaft und dem Ehrenamt. Zahlreiche befreundete Vereine, Vertreter der Nachbarorte und weitere Gäste überbrachten ihre Glückwünsche und machten deutlich, wie eng Brockau mit der Region verbunden ist.
Musikalisch wurde der Festauftakt von einem Trio aus den Reihern der Netzschkauer Musikanten bereichert. Anja Slomma, 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Netzschkau, überbrachte damit in ihrer Funktion herzliche Grüße von Bürgermeister Mike Purfürst. Gemeinsam mit ihrem Sohn Louis und ihrem Vater Thomas Weiß bildete sie ein generationenübergreifendes Ensemble, das das Festmotto „Gestern. Heute. Morgen. – Generationen und Geschichten“ auf besondere Weise lebendig werden ließ.
Für die vielen Glückwünsche, Geschenke und die herzlichen Worte bedanken sich die Organisatoren ganz herzlich.
Ein Dorf entwickelt sich auch durch kleine und große Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Genau diese standen anschließend im Mittelpunkt des Dorftheaters von Silke und Heiko Winkler. Mit viel Witz, Charme und einem liebevollen Blick auf das Dorfleben wurde das Publikum auf eine Zeitreise durch Brockauer Anekdoten und Erinnerungen mitgenommen. Immer wieder wurde gelacht, geschmunzelt und so mancher erkannte bekannte Begebenheiten oder sogar sich selbst wieder. Den Ausklang des ersten Festtages bildete schließlich die Disco mit DJ Luca. Die Tanzfläche blieb bis spät in die Nacht bestens gefüllt.
Der Samstag zeigte dann, wie vielseitig ein kleines Dorf sein kann.
Schon am Vormittag öffnete im Bürgerhaus die große Ausstellung zur Dorfgeschichte ihre Türen. Sie entstand mit Unterstützung des LEADER-Regionalbudgets und führte die Besucherinnen und Besucher unter dem Motto „Gestern. Heute. Morgen.“ auf einem begehbaren Zeitstrahl durch 660 Jahre Brockauer Geschichte. Zwischen historischen Fotografien, Dokumenten und persönlichen Erinnerungsstücken wurde deutlich, wie viele Menschen ihre Geschichten für dieses Projekt beigesteuert haben.
Doch der Blick blieb nicht nur in der Vergangenheit. Wie stellen sich Kinder und Jugendliche das Brockau von morgen vor? Antworten darauf gab ein eigens produzierter Film, der gemeinsam mit Robin Jugel und seiner Brockauer Filmagentur entstand. Darin erzählen junge Brockauerinnen und Brockauer von ihren Wünschen, Ideen und Zukunftsvisionen, ein schönes Zeichen dafür, dass Dorfgeschichte nicht irgendwann endet, sondern jeden Tag weitergeschrieben wird.
Währenddessen herrschte rund um das Festgelände reges Treiben. Das Oldtimertreffen lockte zahlreiche Fahrzeuge und viele interessierte Besucher nach Brockau. Gleich daneben präsentierten sich Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst und weitere Einsatzorganisationen auf der Blaulichtmeile. Bei der Löschübung der Jugendfeuerwehr zeigten die jungen Mitglieder mit viel Einsatz und Teamgeist, was sie bereits können.
Auch im Festzelt war den ganzen Tag über beste Unterhaltung geboten. Der Jocketaer Carneval Club begeisterte mit seinem Tanzauftritt, bevor die Netzschkauer Musikanten gemeinsam mit dem Musikverein Mylau-Reichenbach e. V. das Festzelt musikalisch füllten.
Kreative Mannschaftsnamen, originelle Kostüme, lautstarke Fans und jede Menge Ehrgeiz sorgten für eine großartige Atmosphäre beim DIKA-Pokal Menschenkicker-Turnier. Schnell wurde klar: Hier ging es längst nicht nur ums Gewinnen, sondern vor allem um den gemeinsamen Spaß. Dass sich am Ende die „Vogtlandpfuscher“ den Pokal sicherten, war fast schon Nebensache. Im Anschluss wurde gemeinsam weitergefeiert als die Partyband LTR-Live am Abend für ausgelassene Stimmung im Festzelt sorgte.
Nach zwei ausgelassenen Festtagen begann der Sonntag etwas ruhiger – aber nicht weniger stimmungsvoll. Beim Festgottesdienst in der Brockauer Kirche, die gleichzeitig ihr 125-jähriges Bestehen feierte, griff Pfarrer Friebis noch einmal das Leitmotiv „Gestern. Heute. Morgen.“ auf. In seiner Predigt machte er deutlich, dass wir unser Gestern loslassen dürfen, unser Heute bewusst gestalten sollten und unserem Morgen mit Hoffnung begegnen können.
Beim anschließenden Frühschoppen sorgte die tschechische Blaskapelle Horalka aus Kraslice für beste Unterhaltung. Ihr Auftritt war zugleich ein schönes Zeichen der langjährigen grenzüberschreitenden Freundschaft und vielleicht auch ein weiterer Schritt für eine weiterhin enge Zusammenarbeit.
Drei Tage voller Begegnungen, Musik, Erinnerungen und gemeinsamer Erlebnisse gingen damit zu Ende. Die Organisatoren ziehen ein rundum positives Fazit. Bei bestem Festwetter fanden zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg nach Brockau. Vor allem aber zeigte sich einmal mehr, wie viel möglich ist, wenn ein ganzes Dorf zusammenarbeitet.
Ein besonderer Dank gilt deshalb allen Helferinnen und Helfern, die in den vergangenen Monaten geplant, organisiert, gebaut, gebastelt, Kuchen gebacken, Dienste übernommen und unzählige Stunden ihrer Freizeit investiert haben.
Ebenso bedanken sich die Organisatoren bei der Stadt Netzschkau, die als Veranstalterin die organisatorische Verantwortung übernommen und das Ehrenamt in vielfältiger Weise unterstützt hat.
Ein herzliches Dankeschön gilt außerdem dem Verein BrockauErleben e. V., der Freiwilligen Feuerwehr Brockau, dem Kleintierzuchtverein Brockau sowie allen Brockauerinnen und Brockauern, die dieses Jubiläum mit Ideen, Engagement und ganz viel Herzblut möglich gemacht haben.
Ein herzliches Dankeschön gilt außerdem den Sponsoren eins energie sachsen, eniva M (www.enviaM-gruppe.de) und der Sparkasse Vogtland, sowie den Spendern und Unterstützern, die das Jubiläumswochenende finanziell oder organisatorisch begleitet haben:
Vogtlandkreis, Landesdirektion Sachsen, Stadt Netzschkau, DATEC IT Solutions GmbH, Fleischerei Döhler, Kummer GmbH & Co. KG, Projekta Auerbach mbH, Futron GmbH, Weska Kälteservice GmbH, Weska Kälteanlagen GmbH, Frank Dietzsch, Schubert Computer Ber. GmbH & Co. KG, Qualitätsboden-Kummer GmbH & Co. KG, Auto Horlbeck Greiz, Glas- und Gebäudereinigung Pügner, Scholz Fahrzeugteile GmbH, SIM Autoservice, DIKA Karosseriebau, Bauernhof Müller, Zimmer-Jan Zimmerei & Holzhandel, der eckpunkt Agentur für Kommunikationsdesign GmbH, Elektro - Bischof Elektro Meisterbetrieb sowie der OMS Bauschlosserei U. D. Rost.
Am Ende bleibt vor allem eines: die Erkenntnis, dass 660 Jahre Dorfgeschichte nicht allein in Chroniken oder alten Fotografien stecken. Sie leben in den Menschen, die Brockau gestern geprägt haben, heute gestalten und morgen weiterentwickeln. Oder, wie es das Motto des Jubiläums treffend beschreibt: Gestern. Heute. Morgen. – Generationen und Geschichten.
Herzliches Dankeschön
Von Herzen möchte ich mich bei allen bedanken, die zum Gelingen dieses wundervollen Festwochenendes beigetragen haben. Mein aufrichtiger Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren, allen engagierten Helferinnen und Helfern, den Vereinen, Institutionen, Unterstützerinnen und Unterstützern, Sponsoren sowie Spenderinnen und Spendern.
Mit Ihrem Einsatz, Ihrer Zeit, Ihrer Tatkraft und Ihrer großzügigen Unterstützung haben Sie dieses Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ohne Ihr großes Engagement wäre ein solch gelungenes Wochenende nicht möglich gewesen.
Ihr
Mike Purfürst
Bürgermeister der Stadt Netzschau