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Grußwort zum Jahreswechsel 2021/2022

  • Bürgerinfo

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger von Netzschkau und den dazugehörigen Ortsteilen,

entgegen meinen Hoffnungen prägte Corona auch das Jahr 2021. Das Virus bestimmte unseren Alltag auf vielfältigste Art und Weise. Lockdown, Ausgangssperren, Zugangsbegrenzungen, wieder abgesagte Veranstaltungen, wie das Ostereierverstecken, das Oktoberfest, unser Weihnachtsmarkt, das Hexenfeuer, die Tanzstunden und vor allem Abstand, Abstand, Abstand. Lassen Sie mich ehrlich sein, mir geht die Floskel „Mit Abstand und Anstand“ inzwischen auf die Nerven.

Altbundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts immer weiter verschärfter Coronamaßnahmen gesagt: „Niemand von uns, die wir in einer Demokratie politische Verantwortung tragen, hat sich gewünscht, je mit solchen Regelungen vor die Bürger treten zu müssen.“ Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Dennoch, alle diese Maßnahmen waren und sind teilweise immer noch notwendig.

Leider bekommen wir täglich steigende Zahlen von neu Infizierten und damit einhergehend auch immer wieder neue Todesfälle gemeldet. Den Angehörigen der Coronatoten spreche ich nochmals mein herzliches Beileid aus. All denjenigen, die unter Corona schmerzliche Verluste erlitten haben, sei es der Tod geliebter Menschen, seien es körperliche Einschränkungen oder wirtschaftliche und berufliche Probleme, wünsche ich Kraft, Mut und einfühlsame Begleiterinnen und Begleiter durch Krisen, Kummer und Nöte.

Rückblickend auf die vergangenen Monate gibt es aber nicht nur Negativmeldungen aus Netzschkau. So konnten wir einige für Netzschkau bedeutende Vorhaben wie geplant in Angriff nehmen. Besonders erwähne ich hier den Grundhaften Ausbau der Georg-Herwegh-Straße, die begonnenen Sanierungsarbeiten an unserer Grundschule, die Konzepte über touristische Machbarkeit an der Göltzschtalbrücke, für das Schloss und den Kuhbergturm sowie für den unteren und oberen Schloßpark. Ebenso freut es mich, dass wir einen barrierefreien Zugang von der Einfahrt ehemalige Jute zur Hohen Straße bauen konnten. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Anschaffung eines neuen Radladers für unseren Bauhof.

Trotz Corona gelang es uns die eine oder andere unvergessliche und grandiose Veranstaltung durchzuführen. Da hatten wir zu forderst den 1. gemeinsamen Jahresempfang der Städte Reichenbach und Netzschkau. Ich sag nur Gänsehaut pur!! Nicht nur das die 2 Ministerpräsidenten von Thüringen und Sachsen, Herr Ramelow und Herr Kretschmer, unsere Gäste waren und sich gleichzeitig zur Göltzschtalbrücke und dem Antrag als UNESCO-Welterbe bekannten und die Vogtlandphilharmonie mit Steffan Fraas musikalisch die Landung aus dem Weltall an der Göltzschtalbrücke inszenierten, Peter Maffay „Über sieben Brücken musst du gehn..“ sang, war der Magic Sky (der zweitgrößte freigespannte Schirm in Europa) der Knaller schlecht hin. Der Gewerbeverein Netzschkau lies das Goldene Buch der Göltzschtalbrücke anfertigen und überreichte es zu jenem Event.

Der Kultursommer am Schloss war wettermäßig leider etwas verregnet. Nichts desto trotz haben wir mit dem Schlossförderverein und den Netzschkauer Musikanten 3 tolle Tage für alle Altersgruppen organisiert und durchgeführt. Hierfür mein herzlichster Dank an alle Akteure und Organisatoren stellvertretend besonders an die gesamte Familie Steps und Anja Slomma. Es gibt bereits mehrere Anfragen, ob wir das 2022 wieder machen. Wie würde Kaiser Franz sagen:“Schaun mr mal!!“  Der Brockauer Bürgerverein „Brockau er leben e.V.“ hatte ebenfalls eine super Idee, das 11-e Bier am Dorfteich! Super Sache! Ein paar Bierzeltgarnituren, Grill, Schankwagen, die Netzschkauer Musikanten und schon konnte es krachen. Gelungenes Spontanevent! Das habt ihr Klasse gemacht!! Dankeschön!! Und die Netzschkauer Musikanten waren nochmals aktiv. Sie fanden sich in der Weihnachtszeit im Außenbereich des Altersheims und des betreuten Wohnen ein, um für die Bewohner und Mitarbeiter zu musizieren. Damit zauberten sie weihnachtliche Stimmung in die Corona bedingt trübe Zeit. Auch dafür ein dickes Dankeschön!

So ziehe ich für das Jahr 2021 eine zufriedenstellende Bilanz. Eine Bilanz, die zuversichtlich stimmt für die vor uns liegenden Aufgaben.

Folgende Schwerpunkte prägen unsere Arbeit 2022: die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, Digitalisierung und Breitbandausbau in Netzschkau sowie die weitere Entwicklung des neuen Wohnbaugebietes „Am Schloss“, die Gestaltung des Göltzschtalbrückengeländes, die Fertigstellung der Sanierung der Grundschule inklusive digitaler Offensive, Digitalisierung der Oberschule und die Planung und Vorbereitung des grundhaften Ausbaus der Schulstraße.

Doch bei allen Erfolgen: Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. Das Für und Wider zum Thema Radstraße durch das Göltzschtal nach Greiz hat wie kaum ein anderes Thema die Gemüter aller bewegt und es wird uns in 2022 weiterhin beschäftigen, denn bei all unseren Bemühungen um ein noch schöneres und touristisch interessantes Vogtland kommen wir an einer Tatsache nicht vorbei: Es gab und gibt unterschiedliche Meinungen über den Weg dorthin.

Die einen wollen bewahren, die anderen am liebsten alles neu gestalten. Eines nutzt keinem, nämlich bewegungslos und starr auf seinem Standpunkt zu beharren. Wir müssen im Gespräch bleiben und uns austauschen. Auch wenn das heißt, das gewohnte Terrain der eigenen Vorstellungswelt zu verlassen. Nur so schaffen wir es, uns den wirklichen Gegebenheiten anzupassen und für Veränderungen offen zu sein. Mit Flexibilität, Achtsamkeit und Kreativität werden wir die Zukunft von Netzschkau für die gesamte Einwohnerschaft und unsere Gäste weiter erfolgreich gestalten. Und das geht nur gemeinsam.

Die gut vorankommende Impfkampagne stimmt mich optimistisch, dass wir 2022 wieder weitgehend zur Normalität zurückkehren werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach, was wir dann aus der Zeit nach der Pandemie machen. Was wir daraus lernen und mit welcher persönlichen Einstellung wir weitermachen. Die Pandemie hat uns eindrücklich vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist im Leben: Familie, Freunde, Gesundheit und Vertrauen.

Das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel möchte ich auch zum Anlass nehmen, um all denen zu danken, die daran mitgearbeitet haben, unseren Heimatort Netzschkau und die dazugehörigen Ortsteile lebens- und vor allem liebenswert zu gestalten. Mein Dank gilt besonders Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die sich auf karitativem, sportlichem und kulturellem Gebiet in Kirchen, Vereinen, Verbänden, Institutionen und Initiativen beruflich oder ehrenamtlich engagiert haben.

Nicht zuletzt danke ich den Mitgliedern des Stadt- und Ortschaftsrates ohne deren konstruktiver und vorausschauender Zusammenarbeit das alles nicht möglich wäre, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und dem Bauhof sowie dem Kindergartenpersonal, den Lehrkräften unserer Schulen sowie den Teams von Rettungsdiensten, in Arztpraxen und Kliniken sowie den Altenheimen, bei Feuerwehren und Polizei herzlich für das engagierte Arbeiten und ihren hohen Einsatz. Sie alle sind zum Wohle unserer Gemeinschaft aktiv. Tagtäglich. Ihnen gebührt unser aller Respekt.

Lassen Sie uns alle im kommenden Jahr zusammenstehen und die bevorstehenden Herausforderungen – wie in der Vergangenheit auch – gemeinsam und demokratisch meistern. Unsere Gesellschaft lebt von der Vielfältigkeit der Menschen und der Ideen in ihr. Und mindestens genauso vielfältig sind die Wünsche und Forderungen an die Politik in unserer Stadt.

Umso wichtiger ist es, zu verstehen und vor allem zu akzeptieren, dass Demokratie nicht immer gleichzusetzen ist mit einer Einigkeit in allen Punkten. Demokratie bedeutet nicht Fehlerlosigkeit. Sie kann gerade bei knappen Mehrheiten schmerzhaft sein. Doch Demokratie bringt auch Zusammenhalt. Sie erlaubt die respektvolle und offene Diskussion und – noch viel bedeutsamer – für jedermann die freie Entscheidung!

Und es ist gut, dass wir eine Mehrheit brauchen, um unsere Ziele zu erreichen. Denn nur so richtet jeder den Blick nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Interessen der Gemeinschaft. Ich persönlich bin sehr dankbar darüber, dass so viele Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen zwölf Monaten das Gespräch mit mir und unseren demokratischen Vertretungen gesucht haben, um ihre Meinungen, Anregungen oder auch ihre Kritik zu äußern. Sie alle tragen dazu bei, dass Netzschkau mit seinen Ortsteilen ein Ort der Gemeinschaft bleibt! Vielen Dank dafür!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes neues Jahr. Bleiben oder werden Sie gesund und seien Sie zuversichtlich!

Herzlichst Ihr Mike Purfürst Bürgermeister