Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Stadt Netzschkau
 
Netzschkau liegt inmitten bewaldeten Höhen und sanften Tälern im nördlichen Vogtland des Landes Sachsen. Neben Handwerks- und Gewerbebetrieben sind in der Stadt strukturbestimmende Industriebetriebe angesiedelt. Die Stadt Netzschkau beherbergt viele Sehenswürdigkeiten und befindet sich in einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft.

  Luftbild von Netzschkau
 
An einer muldenartigen Vertiefung am heutigen Markt gründeten slavische Bauern im 9./10. Jahrhundert den Ort und benannten ihn auch danach. Ein Meisterwerk der sächsischen Spätgotik, das kunsthistorisch bedeutende Schloss Netzschkau, liegt wenige Meter vom Markt entfernt an der Schlossstraße. Es ist ein repräsentativer Rechteckbau mit Rund- und Viereckturm. Um 1490 wurde es als eines der ersten Wohnschlösser des Adels in Sachsen durch Caspar Metzsch errichtet. Unter dem „Krösus des Vogtlandes“ Carol Bose erfolgte ab 1626 die Ausgestaltung und die Erweiterung (Nord- und Ostflügel, Kapelle). 1953 wurden die Anbauten abgerissen. In ihm befinden sich heute noch teilweise Möbel und Gemälde von der feudalen Ausstattung. Besondere Merkmale für das Kleinod spätgotischer Baukunst sind die Staffelgiebel und Fensterrahmungen mit reizvollen Vorhangbögen aus Sandstein, aber auch die reich verzierten Türeinfassungen, Stempelstuckdecken (älteste Formen deutschen Stucks in Sachsen), sowie ein 4,10 m hoher seltener Kachelofen (1627) und ein Wappenschrank (um 1640). Weiterhin befindet sich ein großer gewölbter Bodenraum (zum Teil noch spätgotisch), ein so genannter „Fechtboden“, im Schloss.

 
 
Das Schloss ist ein sehenswertes Bauwerk und beliebtes Ausflugsziel. In der warmen Jahreszeit kann es besichtigt werden. Eine Vielzahl von Konzerten, Ausstellungen und Veranstaltungen laden zum Besuch ein.
Seit 2000 finden im 1490 erbauten Stadtschloss in einem dafür eingerichteten Zimmer Trauungen statt. Durch den 1998 gegründeten Schlossförderverein finden an den Wochenenden oder auf Anmeldung Führungen durch das Schloss statt. Der Verein organisiert eine Vielzahl von Ausstellungen und anderen Veranstaltungen in den Räumen des Schlosses. Als Kleinod spätgotischer Baukunst, besondere Merkmale sind hierfür die Staffelgiebel und Fensterumrahmungen mit reizvollen Vorhangbögen aus Sandstein, aber auch die reich verzierten Türeinfassungen, Stempelstuckdecken sowie ein 4,10 m hoher Kachelofen von 1827, machen das Schloss zu einem sehenswerten Bauwerk und beliebten Ausflugsziel.

Beachtung verdient auch die Schlosskirche von 1840 mit ihrer wirkungsvollen klassizistischen Gestaltung des Inneren. Das 1491 verliehene Stadtrecht konnte erst in einer wirtschaftlichen Aufschwungphase ab 1687 realisiert werden. Netzschkau entwickelte sich zu einem Handweberstädtchen.
 
1846-1851 entstand am Rande der Stadtflur mit der monumentalen Göltzschtalbrücke (78 m hoch und 574 m lang), der seinerzeit höchste Eisenbahnviadukt der Welt, der die größte aller Ziegelbrücken (26 Mio. Stück) geblieben ist. Nach dem mit ihrer Einweihung erreichten Abschluss der Eisenbahnverbindung Leipzig - Nürnberg entwickelte sich Netzschkau allmählich und seit 1871 sprunghaft zur Industriestadt mit Textilproduktion und Metallverarbeitung als Schwerpunkte.

  Blick auf die Göltzschtalbrücke
Die mit Netzschkau eng verbundenen ehemaligen Dörfer Lambzig, Foschenroda und Brockau sind im Rahmen der stadtgefundenen Gebietsreform bis 2000 eingemeindet wurden. Mit der Gemeinde Limbach (ca. 1600 Einwohner), zu der Buchwald, Lauschgrün und Reimersgrün gehören, besteht eine Verwaltungsgemeinschaft.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist der bewaldete Kuhberg (Landschaftsschutzgebiet, Naturlehrpfad) mit 511 m die höchste Erhebung im Nördlichen Vogtland. Der auf dem Berg 1900 gebaute Bismarckturm ermöglicht eine weite Rundsicht. Neben einer großen Gartenmodeleisenbahn befindet sich am Fuße des Turmes die Gaststätte "Kuhbergbaude". Durch den 1991 gebauten über 100 m hohen Richtfunkturm ist der Kuhberg auch aus größerer Entfernung erkennbar.  
 
Kuhberg bei Netzschkau
 
Im Ortsteil Brockau entstand neben einem neuen Feuerwehrdepot 2001 ein neues Bürgerhaus. In diesem Bürgerhaus findet ein reges Vereinsleben statt. So können in seinem Saal Ausstellungen ebenso durchgeführt werden, wie Tanzveranstaltungen und bietet den umliegenden Vereinen ebenfalls die anderen Räumlichkeiten für ihre Feierlichkeiten zu nutzen.



Der Ortsteil Brockau und die dort befindliche Stickerei Wittmann Nachf. GbR wurde in den letzten Jahren zunehmend zu einem beliebten Ziel der Touristen. Neben der Betriebsbesichtigung, wo traditionell und auf hoch modernen Maschinen Plauener Spitze gefertigt wird, kann man auch die in diesem Betrieb gefertigte weltgrößte Spitzendecke aus Plauener Spitze besichtigen.